• Nina

IST ES HUNGER, APPETIT ODER GEWOHNHEIT? - Warum will ich jetzt eigentlich essen?

Aktualisiert: Juli 2

Wir finden: "Man darf viele Gründe haben. Aber man sollte sie kennen."



Vielleicht fragst du dich ja auch manchmal, ob du gerade wirklich Hunger hast oder dich einfach nur aus reiner Gewohnheit auf den Weg zum Kühlschrank machst? Zugegeben, es ist nicht immer leicht, ein echtes Hungergefühl von Appetit zu unterscheiden. Im folgenden Beitrag möchten wir dir zeigen, wie du deinen Hunger richtig einschätzen und deine Essgewohnheiten positiv beeinflussen kannst.




Echter Hunger

Hunger ist ein körperliches Verlangen nach Nahrung, was dir signalisiert, dass es an der Zeit ist, wieder Energie aufzunehmen. Dieser angeborene Reflex zeigt an, dass notwendige Stoffe fehlen und schützt dich normalerweise vor einer Unterernährung und Mangelerscheinungen. Denn Nahrung ist wichtig und lebensnotwendig für deinen Körper, da dieser seine Energie auch aus den Lebensmitteln zieht und so seine Prozesse aufrecht erhalten kann. Es ist aber auch so, dass wir auf keinen Fall gleich verhungern, wenn wir nichts bekommen. Als wir noch Jäger und Sammler waren, war Hunger das Signal dafür, dass wir uns jetzt mal Pfeil und Bogen schnappen sollten. Bis es dann wirklich was zwischen die Zähne gab, hat es oft Stunden bis Tage gedauert…Und? Wir haben überlebt! ;)

Deshalb darf man Hunger auch ruhig mal ertragen und spüren. Und jeder weiß, dass Essen mit Hunger viel besser schmeckt.


Appetit oder Gelüste

Appetit dagegen ist ein psychischer Zustand, der das Verlangen nach etwas ganz Speziellem beschreibt. Hierbei handelt es sich also um die Lust auf etwas Bestimmtes zu Essen, egal, ob das Süßigkeiten oder ein besonders leckeres Gericht sind. Diese Lust wird im Vergleich zum richtigen Hunger jedoch nicht von Mängeln oder einem körperlichen Bedarf erzeugt, deinem Körper fehlt also erst einmal nichts.

Selbstverständlich kannst du dir ab und zu auch mal etwas Leckeres aus reinem Appetit gönnen. Für eine alltägliche, ausgewogene und gesunde Ernährung ist jedoch wichtig, diese beiden grundlegenden Gefühle unterscheiden zu können. ;)




Diese Aspekte solltest du vielleicht mal genauer unter die Lupe nehmen.


Dein Essverhalten

Ein großer Punkt, der unser Essverhalten beeinflusst, ist die Macht der Gewohnheit. Oft essen wir zu bestimmten Uhrzeiten, weil dies gesellschaftlich so etabliert ist und viele von uns das einfach gewohnt sind. Dann gibt es typischerweise morgens ein Frühstück, in der Mittagspause zwischen zwölf und eins eine warme Mahlzeit und abends dann Abendbrot. Manch einer legt vielleicht Nachmittags auch noch eine kleine Kaffee- und Kuchenpause ein. Kommt dir das irgendwie bekannt vor? J Das ist prinzipiell auch ok, du solltest dabei nur im Kopf behalten, dass dieses Essverhalten mehr aus Routine resultiert als aus Hunger. Oft wird zu diesen gewohnten Zeiten dann auch etwas gegessen, obwohl wir überhaupt gar keinen Hunger verspüren.


ständige Verfügbarkeit

Auch die ständige Verfügbarkeit von Nahrung hat einen Einfluss auf unsere Essgewohnheiten. An jeder Ecke und überall gibt es etwas zu essen. Wir leben in einem Überfluss, in dem viele von uns wahrscheinlich gar kein richtiges Hungergefühl mehr kennenlernen. Viel weiter verbreitet sind dagegen der Appetit und der Heißhunger auf Fastfood und Ungesundes, was leider häufig auch eine Ursache für Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und andere Volkskrankheiten ist.


Essen ohne Aufmerksamkeit

Oft wird „nebenbei“ gegessen, während man eigentlich einer anderen Aktivität nachgeht, wie zum Beispiel beim Fernsehen. Auch emotionaler Hunger, Essen aus Stress oder vielleicht sogar einfach aus Langeweile sind weit verbreitet. Das wird vor allem dann zu einem Problem, wenn sich dieser „Hunger“ zu einem Verhaltensmuster entwickelt. Um das zu verhindern solltest du dich vor jeder Mahlzeit fragen, aus welchem Grund du jetzt essen möchtest.







Und wie bekomme ich Hunger, Appetit und meine Essgewohnheiten

wieder in den Griff?


Häufigkeit und Menge im Blick behalten

Wie oben bereits angesprochen, stellt sich dein Körper mit der Zeit auf die Häufigkeit und Menge der zu sich genommen Nahrung ein. Wenn du häufig isst, wird dein Körper sich schon nach wenigen Stunden erneut melden. Nämlich dann, wenn das Energielevel wieder gesunken ist.

Du hast es selbst in der Hand, deinem Körper eine gewünschte Essensmenge und Zeitintervalle anzutrainieren. Also nichts wie los! Löse dich von deinem Gewohnheitsschema und füge deinem Körper dann Nährstoffe zu, wenn er sie wirklich benötigt. ;)

Gezielte Lebensmittelauswahl

Auch deine Lebensmittelauswahl solltest du im Blick haben. Denn gerade industriell hergestellte Lebensmittel enthalten oft hohe Kohlenhydratmengen und viel zu viel Zucker, die deinen Insulinspiegel schnell ansteigen lassen und dein Hungergefühl ankurbeln.

Versuche, dich so ausgewogen wie möglich zu ernähren – Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse und Hülsenfrüchte sollten dabei immer die Basis deiner Ernährung sein. Und die Lust auf Süßes kannst du wunderbar mit Obst, Nüssen und Trockenfrüchten oder mal einem Stück dunkler Schokolade stillen.


Genug Wasser trinken

Flüssigkeit füllt deinen Magen und reduziert dein Hungergefühl. Zudem ist es wichtig, Durst von Hunger zu unterscheiden. Wenn zum Beispiel am frühen Morgen dein Magen knurrt, heißt das nicht unbedingt, dass dein Körper sofort feste Nahrung benötigt. Oft reicht es erst einmal ein Glas (am besten warmes!) Wasser zu trinken. Dies empfehlen wir dir generell vor deinen Mahlzeiten. ;)

Wusstest du…?

Dass ein gesunder Mensch 3-4 Tage ohne Flüssigkeit überleben kann, ohne feste Nahrung dagegen bis zu mehreren Wochen. Trinken ist demnach viel wichtiger als Essen.

Nimm dir doch einfach mal vor, dass das erste und das letzte, was du am Tag zu dir nimmst ein Glas Wasser ist. Das ist super einfach umzusetzen und hat auch noch einen tollen Effekt.


Bewusst essen

Nebenbei essen macht nicht wirklich satt. Da fehlt etwas ganz Entscheidendes. Der Kopf sollte beim Essen immer dabei sein.

Setze dich in aller Ruhe hin und genieße deine Mahlzeit ganz bewusst. Lege dafür dein Handy weg und mache auch nichts anderes als zu essen. :) Und achte auf deine Essauslöser.


Auf das Sättigungsgefühl achten

Je mehr wir essen, desto mehr dehnt sich unser Magen aus und wenn das passiert, müssen wir mehr essen, um das Sättigungsgefühl zu erreichen, womit wir uns dann in einer Art Teufelskreis befinden. Und das möchte schließlich keiner. :)

Nimm dir beim Essen Zeit richtig zu kauen, denn um satt zu werden braucht dein Körper etwas länger. Wenn du langsam isst, bekommst du den Zeitpunkt gut mit, an dem du wirklich satt bist. Ansonsten besteht schnell die Gefahr, dass man über sein Sättigungsgefühl hinaus isst.


Fasten ;)

Fasten ist für mich das Wundermittel schlechthin, um genau diesen Aspekten der Essgewohnheiten wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Beim Fasten wird mir immer bewusst, wie wenig ich überhaupt brauche und wie viel Energie trotzdem in mir steckt.

Fasten ist eine gute Gelegenheit, mal den Reset-Knopf zu drücken und die Essgewohnheiten umzuschulen. Durch mehrere Fastentage wird dein Körper wieder sensibilisiert und es wird dir leichter fallen, richtigen Hunger von Appetit zu unterscheiden. Es ist also der ideale Zeitpunkt für dich, dein eigenes Essverhalten zu hinterfragen und dir vielleicht sogar das ein oder andere an- oder abzugewöhnen. Denn viel und häufiges Essen ist genauso eine Gewohnheit wie weniger und seltener zu essen.

Übrigens hilft Fasten dir ganz nebenbei auch dabei, deine Gelüste nach Süßigkeiten und Heißhungerattacken zu reduzieren und ermöglicht dir so einen super Start in einen gesünderen Lifestyle!

Das Gute ist auch: Es braucht gar nicht lange, bis sich das neue Hungergefühl eingependelt hat. Wie Experte Frank Madeo in einem Interview[1] berichtet, dauert die Umstellung nur circa zwei Wochen. Du brauchst also keine Angst haben, lange hungern zu müssen, da sich dein Körper schnell an dein neues Essverhalten gewöhnen wird! ;)





Fazit

Genieße dein Leben in vollen Zügen und gönn dir auf jeden Fall auch mal etwas, wenn du großen Appetit darauf hast!

Finde deine eigene Balance und ernähre dich ausgeglichen, im Normalfall weiß dein Körper intuitiv, was er braucht. Und wenn du merkst, dass dein Körper sich in einem Ungleichgewicht befindet, du Hunger nicht mehr von Appetit unterscheiden kannst und du viel zu oft auf Ungesundes und Fastfood zurückgreifst, dann kannst du dir deine Fastenzeit wunderbar zunutze machen und deinen Körper damit auf Werkzustand zurücksetzen. ;)

[1] https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/intervallfasten-nach-zwei-wochen-ist-der-hunger-weg-a-1136191.html



Starte jetzt in einen gesünderen Lifestyle!




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